"Sternenkinder"-Begräbnis

Zweimal im Jahr, am dritten Mittwoch im März und September jeweils um 17.00 Uhr wird zu einer ökumenischen Feier der Beisetzung von „Sternenkindern“ auf dem Grabfeld „Morgenröte“ des Erikafriedhofes eingeladen. In den jeweiligen Urnen sind die „Sternenkinder“ des vergangenen halben Jahres.  Auch Einzelbestattungen sind selbstverständlich nach Vereinbarung möglich.

Als „Sternenkinder“ werden verstorbene Kinder bezeichnet, die vor, während oder bald nach der   Geburt verstorben sind. Der schönen Wortschöpfung liegt die Idee zugrunde, Kinder so zu benennen, die „den Himmel“ (Sterne) erreicht haben, noch bevor sie das Licht der Welt erblicken durften.

Im Nachgang einer Gesetzesänderung in den 1990er Jahren, die nicht mehr streng zwischen bestattungspflichtig verstorbenen Kindern und Totgeburten, für die es kein Recht auf Bestattung gab, unterschied, konnten Kirchen und Zivilgesellschaft von da an den betroffenen Eltern einen Ort der Erinnerung und des Gedenkens anbieten.

Seit 2009 gibt es dieses Grabfeld auf dem Erika Friedhof. Alle Eltern, die ein Sternenkind zu betrauern haben, können ihr Kind dort frei von Kosten begraben.

Im Herbst 2020 wurde  das dritte Grabfeld „Morgenröte“, bei dem ein Engel „wacht“, eingesegnet und die ersten Kinder dort begraben. Finanziert wurde das Grabfeld durch Spenden des Mathilden Hospitals, des Klinikums Herfords, der evangelischen Frauenhilfe, des Pastoralen Raums Wittekindsland und der Stiftberggemeinde Herford.

Das Grabfeld „Morgenröte“  leitet  seinen Namen ab von der volkskirchlichen Vorstellung  der frühen 1900 Jahre und des  damals in einigen Gegenden Deutschlands geübten Brauches, dass  verstorbene Kinder im Morgengrauen beerdigt wurden. Man begrub die Kinder im ersten Morgenlicht, weil der Engel des Herrn zu diesem Zeitpunkt der Erde am nächsten war und die Seele des Kindes so gut zum Herrn begleiten konnte – dem Kind „einen neuen Tag – Tage bei Gott“ geschenkt wurden.

Am jedem zweiten Adventssonntag gibt es eine ökumenische Gedenkfeier für verstorben Kinder um 15.30 Uhr in der Kapelle und dem Grabfeld „Morgenröte“.