Fronleichnam

Liebe Mädchen und Jungen, liebe Eltern!

Am 3. Juni feiern wir das Fest Fronleichnam.

Als das Fest vor ungefähr 800 Jahren entstand, bedeutete das Wort „Fron“ in der alten deutschen Sprache „Herr“. Das Wort „Leichnam“ meinte keinen toten, sondern einen lebenden Körper oder Leib. Also hieß das Wort „Fronleichnam“ einfach „Leib des Herrn“. Damit ist der Leib Christi, also die heilige Kommunion gemeint.

Bild: Sarah Frank, Factum/ADP In: Pfarrbriefservice.de

So entstand das Fest Fronleichnam

In der Nähe der Stadt Lüttich in Belgien gab es ein Kloster. Vor 800 Jahren lebte dort ein Mädchen. Sie hieß Juliana. Ihre Eltern starben, als sie 5 Jahre alt war. Juliana hatte keine Verwandten mehr. Darum nahmen die Nonnen sie im Kloster auf. Juliana war ein kluges Kind. Sie lernte Schreiben und Lesen und auch die lateinische Sprache. Wenn sie Zeit hatte, ging sie in die Klosterbücherei. Dort las sie in den dicken Büchern.

Einen Ort liebte Juliana besonders: die Kirche des Klosters. Sie war sehr glücklich, als sie hörte, dass Jesus im heiligen Brot immer bei uns ist. Darum ging sie oft zum Beten zum Tabernakel, in dem der Leib Christi aufbewahrt wird.

Mit 14 Jahren wurde Juliana auch Nonne. Damals ging man in der heiligen Messe nicht so oft zur Kommunion wie heute. So war jeder Kommuniontag für Juliana ein besonderer Festtag.

Als Juliana 16 Jahre alt war, erschien in der Kirche ein seltsames Bild vor ihren Augen: Ein Vollmond mit einem Fleck. Was bedeutete das Bild? Juliana dachte darüber nach. Immer wieder sah sie den Vollmond mit dem schwarzen Fleck. Und dann verstand sie die Bedeutung des Bildes: Unter den Festen im Kirchenjahr fehlte ein Fest. Ein Fest, das uns daran erinnert, dass Jesus im heiligen Brot zu uns kommt.

Denn Jesus hatte beim letzten Abendmahl gesagt: „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird.“

Am liebsten hätte Juliana allen von dem Fest erzählt, bei dem der Leib Christi verehrt werden sollte. Aber sie schwieg. Alle hätten sie ausgelacht. Es gab schon so viele Feste im Jahr.

Als Juliana 37 Jahre alt war, wurde sie zur Oberin des Klosters gewählt. Es war das Jahr 1230. Nun erzählte sie allen, Gott wolle ein Fest vom Leib Christi. Aber Juliana wurde ausgelacht und beschimpft. Nur einige Nonnen hielten zu ihr. Als der Streit immer schlimmer wurde, floh sie mit ihnen aus dem Kloster. Sie lebten mal hier und mal dort in fremden Städten. Aber die Idee von dem neuen Fest ließ sich nicht mehr unterdrücken. Gerade weil einige Leute darüber schimpften, hörten viele Menschen davon.

So wurde im Jahr 1246 in der Kirche St. Martin in Lüttich das erste Fronleichnamsfest gefeiert. Der Leib Christi wurde in einem kostbaren Gefäß, der Monstranz, durch die Straßen getragen.

Kurze Zeit später wurde ein Priester aus Lüttich zum Papst gewählt. Er nannte sich als Papst Urban IV. Im Jahr 1264 befahl Papst Urban IV, dass man auf der ganzen Welt das Fronleichnamsfest feiern sollte.

In diesem Film wird erklärt, warum katholische Christen den Leib Christi durch die Straßen tragen:

Noch mehr Informationen, Bastelideen, Rezepte, Geschichten, Spiele … für Familien zu Fronleichnam gibt es hier:

https://www.familien234.de/111/das-fest/fronleichnam/

https://www.kath-kirche-vorarlberg.at/organisation/familien-feiern-kirchenjahr/links-dateien/16Fronleichnamn_08.pdf

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